Station 13: Augustinerbastei

Die schwächste Stelle der mittelalterlichen Befestigung befand sich im Bereich des Augustinerklosters, weshalb hier im Jahr 1556 mit den Festungsbauarbeiten begonnen wurde. Trotz des von Anfang an herrschenden Geldmangels berichtete am 25. Oktober 1556 der Bauzahlmeister Jakob von Falbenhaupt, dass die Maurer "ain guets Tail an der Pastei aufgeführt" haben. Für die Augustiner Eremiten bedeutete hingegen der Festungsbau den Verlust des halben Klostergebäudes. Darüber hinaus wurde ab dem Jahr 1567 auch noch das verbliebene Langhaus als Proviantmagazin verwendet. Der deshalb entbrannte Streit um Schadenersatz für das großteils demolierte Kloster zog sich bis in die 80-er Jahre des 16. Jahrhunderts hin und endete mit einer nur geringen Entschädigung für die Augustiner. Die Bauarbeiten an der Klosterbastei wurden 1557 fortgesetzt. Im selben Jahr wurde der Stadtgraben vom Schutt der alten mittelalterlichen Mauern gesäubert und sukzessive in Richtung zur Ungarbastei hin verlängert.

Bauwerk bereits 1564 vollendet

Ende 1559 war bereits eine fast acht Meter hohe und 55 Meter lange Festungsmauer in Richtung zum ebenfalls gerade neu entstehenden Grazer Tor errichtet worden, die neun Kasematten aufwies, während die Festungsmauer zum Ungartor hin erst eine Länge von ca. 45 Meter und acht Kasematten hatte. Die Augustinerbastei selbst erstreckte sich nur wenig vor die Kurtinen und besaß zudem nur eine einzige Kasematte, die genügend Platz für ein einziges Geschütz hatte. Dieser Umstand wurde 1663 von Martin Stier heftig bekrittelt, da außerdem der Zugang zu eng war und ein Umbau enorme Kosten verursacht hätte. Sicher ist, dass die Augustinerbastei 1564 bereits vollendet und mit einem Wachhaus versehen war, das ein hohes Walmdach besaß.

Schwere Schäden durch Explosion des Pulverturms

Im Jahr 1683, gerade zur Zeit größter Gefahr durch anrückende Kuruzzen, wurde die Bastei schwer beschädigt, als am 13. Juni ein Blitz in den Pulverturm hinter der Augustinerkirche einschlug und 250 Zentner Pulver explodierten. Nach der Auflassung der Festung im Jahr 1775 blieb die Augustinerbastei vorerst noch bestehen. Erst im Jahr 1794 begann man sie abzutragen, wobei man in ihrer Kasematte noch 100 Zentner Schießpulver fand, das jedoch aufgrund des Alters bereits völlig unbrauchbar war. In weiterer Folge legten die Augustiner, die bis 1811 im Kloster residierten, einen Weingarten auf ihrem Gelände an. Danach blieb die Bastei Eigentum des Religionsfonds und gelangte schließlich 1824 durch Versteigerung in Privatbesitz..


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