Station 05: Ungartor

Anfang der 60-er Jahre des 16. Jahrhunderts kam es zur Errichtung des quadratischen Ungartores, von dem 1562 bereits berichtet wird, dass ein stattlicher Anfang von Grund auf erhöht und aufgeführt worden sei. Der Bau zog sich allerdings zunächst wegen Geldmangels in die Länge. 1564 war dann das Tor zur Hälfte fertiggestellt. Im Jahr 1565 arbeitete man am Torwall, während der Weizer Steinmetz Philipp de Capra die Steingewände für die Außen- und Innenseite der Tordurchfahrt des Ungartores lieferte. Auch die Fenster und Schießscharten des Tores wurden von ihm mit Steingewänden versehen, wofür der Steinmetz 20 Pfund Pfennig bekam. Im darauffolgenden Jahr wurde dann die fast 60 Meter lange Brücke vor dem Tor begonnen und der Brunnen angelegt. Zeitgleich kam es zum Abbruch der alten, mittelalterlichen Toranlage des „Unteren Tores“, das etwas weiter stadteinwärts gelegen war. 1570 war das Ungartor weitgehend fertig gestellt. Von seinem Aussehen ist nur bekannt, dass es mit Gesimsen und Kapitellen versehen war und einen inzwischen 23 Meter tiefen Brunnen beinhaltete.

Das Tor besaß zu diesem Zeitpunkt noch keine Verbindung zur Ungarbastei und war damit praktisch ungeschützt. Erst in den Jahren 1577 und 1578 wurde diese mit Schießscharten versehene Kurtine vom Baumeister Francesco Marmoro (Franz Marbl) fertiggestellt. Marmoro stockte damals auch das Ungartor auf, das danach von der Fürstenfelder Bürgerschaft mit einem Dach versehen wurde.

Tor wurde zur Wohnung

Das Tor verlor 1775 seine Wehrfunktion und wurde dem Magistrat überantwortet. Da dieses „baufählig und der Stadt ein unzier war“, wurde es generalsaniert und im Obergeschoss eine Wohnung eingebaut, die alle drei Jahre im Zuge einer Versteigerung an den Meistbietenden verpachtet wurde. Die letzte Lizitation fand Ende August 1837 statt, bei der der Zinngießer Cajetan Martinolly um einen jährlichen Pachtschilling in Höhe von 20 Gulden den Zuschlag erhielt. Nach dessen Tod wurde das Tor 1840 abgebrochen, um für die Tabakfabrik eine bessere Zufahrt zu erhalten.


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