Station 02: Pfeilburg / Kavalier

Da die Türken unter Großwesir Achmed Köprülü 1656 erneut gegen Westen vorrückten, visitierte der kaiserliche Festungsbaumeister Martin Stier 1657 die Fürstenfelder Festung und machte Vorschläge zur Verbesserung der Anlage. Neben vollwertigen Basteianlagen in der heutigen Grazer- und Ungarvorstadt schlug er auch die Errichtung eines Bollwerkes hinter der Pfeilburg vor. Damit griff er einen Vorschlag des obersten Festungsbaumeisters Francesco Thibaldi (Thebaldi) auf, der dies bereits im Juni 1565 für sinnvoll befunden hatte. Auch der vom innerösterreichischen Hofkriesgsrat im Jahr 1651 nach Fürstenfeld entsandte Hofkriegsingenieur und -baumeister Thobias Creuztaller bekrittelte das Fehlen eines solchen Mittelbollwerkes (Piata forma), das seiner Meinung nach „von Grund aus aufzuführen“ sei.

Die "Katze" hinter der Pfeilburg

Die Errichtung eines erhöhten Festungswerkes war deshalb nötig, da die Kurtine zwischen der Augustiner- und Ungarbastei 1200 Reinländtische Fueß lang war, sodass die Bestreichung derselben mit Mußquethen nicht beschehen konnte. Chronischer Geldmangel machte allerdings bei der Umsetzung einen Strich durch die Rechnung. Neben der Verstärkung der Garnison war es deshalb im Jahr 1663 nur möglich, den so genannten Kavalier (Katze) hinter dem Haus des Ruepp von Pfeilberg (Pfeilburg) zu errichten. Gleichzeitig wurden im Juni dieses Jahres innerhalb von acht Tagen die Grazer Vorstadt – bestehend aus 26 Häusern und dem Schloss Falbenhaupt – sowie die dortige mittelalterliche Ringmauer abgebrochen, um Belagerern keinen militärischen Vorteil zu verschaffen. Das Bollwerk wurde aus Kosten- und Zeitgründen nur aus Erde und Reisigbündeln (Faschinen) errichtet und sollte zu einem späteren Zeitpunkt mit einer Mauer verkleidet werden, wozu es jedoch nie kam. Mit der Fertigstellung des Kavaliers war der Fürstenfelder Festungsbau abgeschlossen.

Nach 1683 zivil genutzt

Nach 1683 und dem Abebben der Türkengefahr wurde der Kavalier mehr und mehr zivil genutzt. Auch hier kam es bereits vor Auflassung der Festungswerke im Jahr 1775 zur Anlage eines Gartens. Als solcher wird er bis heute genutzt.


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