Station 01: Pfeilburg / Startpunkt

Die Pfeilburg ist der einzige erhaltene Teil der mittelalterlichen Ringmauer, die im 13. Jahrhundert im Zuge der Erweiterung der Stadt zu deren Sicherung errichtet wurde. Als Verstärkung dieser Mauer dienten Türme, die zum Großteil reine Verteidigungsanlagen blieben, vereinzelt aber im Lauf der Zeit zu Ansitzen ausgebaut wurden. Die Südseite der Stadt war aufgrund der topographischen Gegebenheiten besonders gefährdet. Daher wurde die südliche Ringmauer durch fünf nachweisbare Türme und einen weiteren anzunehmenden Eckturm hinter der heutigen Ungarbastei geschützt. Der gotische Mittelturm hat sich bis heute im Verband der Pfeilburg erhalten. Er dürfte bereits im Jahr 1480, als die ungarischen Truppen des Matthias Corvinus Fürstenfeld einnahmen und für zehn Jahre besetzten, eine ausgebrannte rauchgeschwärzte Ruine gewesen sein.

Der "Schwarzturm"

Der Turm wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts von den Besitzesnachfolgern des Hans Pehlberger (Pfeilberger), Jörg Slätlen (Schlattl) und Jörg Dunglfinger, wieder aufgebaut und nun als „Schwarzturm“ bezeichnet – entweder weil er ausgebrannt war oder weil man Pulver darin lagerte. Im Jahr 1550 gelangte er in den Besitz des Max Ruepp, der größere Um- und Neubauten vornehmen ließ. Vermutlich entstand damals das westlich an den Turm anschließende Wohngebäude mit dem Erker. Ab 1558 durfte Max Ruepp sein Anwesen „Pfeilberg“ nennen und dies auch seinem Namen anfügen. Die Belehnung mit dem Freihaus Pfeilberg, Turm und Haus in der Ringmauer, erfolgte im Jahr 1579. Bereits drei Jahre später erwarb Jonas von Wilfersdorf das Freihaus. Nach einer wechselvollen Besitzgeschichte kam der Turm Pfeilberg im Jahr 1691 über das Stift Pöllau an Johann Christoph Liscutin. Dieser richtete hier – offensichtlich wegen der Nähe zu den ungarischen Tabakanbaugebieten – die erste Tabakverarbeitung Österreichs ein und ließ zu diesem Zweck den nordöstlichen Trakt anbauen. Weitere Zu- und Umbauten folgten. Nach dem Tod des Joseph Anton von Liscutin im Jahr 1725 erwarb der Magistrat Fürstenfeld das Freihaus samt seinen Gärten aus der Konkursmasse und vermietete es. Die Tabakfabrik war in dessen Räumlichkeiten bis zum Jahr 1780 untergebracht. Danach wurde das Gebäude als Schule, Kaserne (zur Unterscheidung von der „Platzkaserne“ am Hauptplatz  als „Fabrikskaserne“ bezeichnet), 1814 als Militärspital und schließlich zur Armenversorgung verwendet.

Heute Kruzitürken- und Tabakmuseum

Der langjährigen Initiative des Fürstenfelder Museumsvereines ist es zu verdanken, dass dieser älteste Profanbau der Stadt, der mittlerweile als Pfeilburg bezeichnet wurde, gerettet, renoviert und schließlich 1999 seiner neuen Bestimmung als Kruzitürken- und Tabakmuseum übergeben werden konnte.


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